Der erste Eindruck war trist. Es schneite. Es schneite sehr viel. Schon die Zugfahrt hatte dieses "in einen Tunnel fahren" Gefühl in sich. Von der herrlichen Aussicht auf die Schweizer Alpen, weiter durch die Berge, etwas verschneit, dann etwas am schneien. Kleine Flocken die sacht zur Erde gleiten. Die Tannen auf den Bergen halten den weißen Mantel um sich, große Schneeflocken. Sehr große Schneeflocken. Das Licht am Himmel nahm ab, das weiß wurde zum grau, zum schwarz. Nur das Licht erleuchtet die Schneeflocken. Die vier ersten Tage waren grau, regnerisch, schneierisch, grauerisch. Aber dann, Freitag, ein Stückchen blauer Himmel. Nur wenig Minuten, gerade so lange um es bewusst aufnehmen zu können. Nur eine Vorahnung auf den darauf folgenden Tag, den Samstag. Was für ein Wetter. Blau, die Berge weiß, der Wind eiskalt im Gesicht, an den Händen, brennend. Die Handschuhe fehlen. Hin und her, am Fluss entlang, durch Feld, zurück, durch Wald an den See. Auf der Bank den Blick genießen. Die Sonne auf der Haut erahnen. Noch ist sie zu schwach um zu wärmen. Dann, frei. Der Tag steht vor einem wie ein weißes Tuch. Nicht nur der Tag, die Zeit selbst. Liegt. Liegt vor mir wie ein weißes Tuch, leicht wellend im Wind, weiß. Diese Woche war gut. Diese Woche hat gut angefangen. Nach einem Tag im Bett, ist jetzt das Gefühl des angekommen seins, da. Raum und Platz sind nicht mehr fern und fremd sondern umgeben mich, ganz. Leute werden zu Personen mit Geschichten, Leute werden zu Erfahrungen, zu Geschichten. Sie bilden einen Kreis, ein Netz in das Tuch der Zeit. Dass sich die Zeit nicht mehr endlos vor einem ausstreckt, unbemalt, ungefüllt, einladend einfach nur Zeit zu sein. Nun ist es bunt. Bunt voll Dinge zu entdecken, erleben, mitnehmen. Melodien tauchen im Geist auf und begleiten die Farben die vor mir liegen.
Photography by ©Rahel Gysel

