Ich finde das ja gut und schön, ja
wichtig sogar das man lernt seine Gefühle auszudrücken. Es ist ja wichtig
das man die Dinge, die im inneren von einem selbst so wirr da stehen, oder
liegen, fliegen oder rennen oder wie auch immer die sich da drinnen verhalten
wollen, also, es ist wichtig das man dem wirr eine Ordnung gibt. Denn sonst
sieht das ja wirklich sehr unübersichtlich aus. Stell dir dass mal vor. Die
Traurigkeit rast nur so herum, und plötzlich trifft sie die Freude, die vor
Freude nur so hüpft. Ja, was macht denn da die Traurigkeit, wenn sie die
trifft? Die kann doch nicht einfach so tun als würde sie die vor Freude
hüpfende Freude nicht sehen..!? Ich meine das geht doch nicht! Oder stell dir
vor der Mut fährt Einrad und plötzlich legt sich die Trauer so vor den nieder.
Da kann der Mut ja nicht mehr mutig sein und einfach drüber fahren, da muss er
dann anhalten, seinen mut, also eigentlich sich selbst, weglegen, und sich um
diese daliegende trauer kümmern. Aber dann ist der Mut ja nicht der Mut, dann ist
er ja ... Barmherzigkeit, oder Nächstenliebe oder .... Ja ... also das würde
dann eben chaotisch da drinnen aussehen, wenn man die Dinge nicht ausspricht.
Wenn man sie ausspricht dann bleibt jeder wer er ist (oder vielleicht ist es
gerade da, wenn man es ausspricht, das sich der Mut der Trauer hingibt..?) Ich
finde es also gut. Und dazu auch schön wenn man die Fähigkeit hat es schön und
klang haft zu sagen, also nicht nur die Worte und Satz-versuche so aus sich
raus kullern zu lassen, sondern sie sogar gekonnt auf das Seil setzen kann,
sodass sie über den Abgrund der Unsicherheit auf die andere Seite balancieren
können und hoffnungsvoll vom anderen entgegengenommen werden können. Wunderbar
wie das klingt! Und das Bild, das einem da vor Augen steht. Wie die Wörter,
schüchtern rein blicken, den Blick hoffnungsvoll nach vorn gerichtet und das
Ohr aufmerksam nach hinten gerichtet wer da jetzt als nächstes rausgezaubert
kommt. Das ist wirklich eine gekonnte Sache. Manche kommen schon als Redner,
Dichter, Schreiber auf die Welt und suchen richtig entschlossen nach
Situationen um ihr ganzes Können dar geben zu können. Andere müsse es sich eben
erarbeiten, unter beben, zittern und schwitzen brechen die Worte heraus, rasen
wieder zurück und treffen plötzlich auf die Angst die alle einfangen zu
versucht bis dann der Mut auf die Angst hüpft und das Wort doch noch zu Worte
kommt. Ja man kann ja nicht mit allen Dingen geboren werde, ein paar
Angewohnheiten sollte man sich eben erst nachher angewöhnen (andere besser nie)
oder eben antrainieren. Wir können ja daran Arbeiten, die Worte polieren,
glänzen lassen, sie schmücken und vergolden und ach ja, schöner als jeden
Schmuck werden lassen. Ich finde es also gut das die Dinge ausgesprochen
werden. Ich finde es auch gut das man das gut findet, also das man Gesagte
Worte entgegen nimmt. Stellen sie sich doch die armen Worte vor wie sie
unsicher auf dem Seil über dem Abgrund der Unsicherheit balancieren und einem
hoffnungsvoll entgegen gucken, mit Kulleraugen! Also da muss man sie einfach
annehmen. Was die Worte dann im Kopf von einem selbst anstellen ... Naja ...
Das ist ja schon wieder etwas ganz anderes.
Wenn wir also Menschen sind die
unsere Worte beherrschen und auch wissen das diese im Kopf der Anderen irgend
welche krummen Dinge anstellen können und wir dazu noch die Fähigkeit haben mit
Worten toll um zu gehen (sei es nun von Geburt aus oder schwitzend erlernt)
dann können wir die Worte doch auch zähmen. Wir wollen doch nicht das sie im
Kopf des anderen irgendwie Radau machen und die Kopfkultur dort
durcheinanderbringen. Da kann man dann sogar mal ein paar Worte fallen lassen.
Nicht in den Abgrund der Unsicherheit! Nein die armen Worte! Wir lassen sie nur
wieder zurück in die sichere wärme unseres Mundes fallen.