Montag, 29. Februar 2016

Neue Berge

Der erste Eindruck war trist. Es schneite. Es schneite sehr viel. Schon die Zugfahrt hatte dieses "in einen Tunnel fahren" Gefühl in sich. Von der herrlichen Aussicht auf die Schweizer Alpen, weiter durch die Berge, etwas verschneit, dann etwas am schneien. Kleine Flocken die sacht zur Erde gleiten. Die Tannen auf den Bergen halten den weißen Mantel um sich, große Schneeflocken. Sehr große Schneeflocken. Das Licht am Himmel nahm ab, das weiß wurde zum grau, zum schwarz. Nur das Licht erleuchtet die Schneeflocken. Die vier ersten Tage waren grau, regnerisch, schneierisch, grauerisch. Aber dann, Freitag, ein Stückchen blauer Himmel. Nur wenig Minuten, gerade so lange um es bewusst aufnehmen zu können. Nur eine Vorahnung auf den darauf folgenden Tag, den Samstag. Was für ein Wetter. Blau, die Berge weiß, der Wind eiskalt im Gesicht, an den Händen, brennend. Die Handschuhe fehlen. Hin und her, am Fluss entlang, durch Feld, zurück, durch Wald an den See. Auf der Bank den Blick genießen. Die Sonne auf der Haut erahnen. Noch ist sie zu schwach um zu wärmen. Dann, frei. Der Tag steht vor einem wie ein weißes Tuch. Nicht nur der Tag, die Zeit selbst. Liegt. Liegt vor mir wie ein weißes Tuch, leicht wellend im Wind, weiß. Diese Woche war gut. Diese Woche hat gut angefangen. Nach einem Tag im Bett, ist jetzt das Gefühl des angekommen seins, da. Raum und Platz sind nicht mehr fern und fremd sondern umgeben mich, ganz. Leute werden zu Personen mit Geschichten, Leute werden zu Erfahrungen, zu Geschichten. Sie bilden einen Kreis, ein Netz in das Tuch der Zeit. Dass sich die Zeit nicht mehr endlos vor einem ausstreckt, unbemalt, ungefüllt, einladend einfach nur Zeit zu sein. Nun ist es bunt. Bunt voll Dinge zu entdecken, erleben, mitnehmen. Melodien tauchen im Geist auf und begleiten die Farben die vor mir liegen.











Photography by ©Rahel Gysel

Donnerstag, 4. Februar 2016

Ittigen


Herr L. hat Werkunterricht in der 6. Klasse. Die Werkräume sind im dazugehörigem Bauhernhaus. In diesem sind heute alle Werkräume, um Stein, Holz oder anderes, zu bearbeiten. Als erstes werden Holzbalken an den Werktischen befestigt. Herr L. zeigt, wie sie einen Nagel einschlagen sollen und wie sie diesen wieder herausziehen können. Jeder SuS soll dies üben. Es gibt einen kleinen Wettkampf wer am wenigsten Schläge braucht. Während die SuS dies üben, gehe ich in den anderen Werkraum. Hier sind die Oberstufenklässler und jeder macht seine Gitarre! Ich kann es kaum glauben. Da sitzen sie an Werktischen mit Gitarrenkörpern, schmirgeln, sägen, kleben. Einige machen E-Gitarren, die meisten aber Akustische. Die Gitarren sind wunderschön. Sie haben alles selber. Im Werkraum stehen auch Lampen von Schülern und andere Dinge. Nach dem ich mich mit einer Schülerin unterhalten habe und sie ein paar Dinge zum Gitarrenbau gefragt habe, gehe ich wieder in den anderen Werksaal. Herr L. sagt, unser Gast muss jetzt noch einen Nagel einschlagen. Ich schaffe es mit 12 Schlägen. Der beste hat es mit 8 geschafft, und die meisten Schläge lagen über 30.  An einem Tisch zeigt Herr L. wie man gerade sägen kann. Mit einem rechten Winkel zeichnet er eine Linie auf alle vier Seiten der Holzstange. Dann sägt er eine Fläche ein, dreht das Holz und sägt ganz durch. Die markierte Stelle dient als Spur um gerade zu sägen. Nun holt jeder sein Stück Holz und arbeitet an seinem Klüpfel weiter. Herr L. gibt mir ein Stück Holz damit ich dies auch bearbeiten kann. Zu erst muss ich das Holz runden, zylinderförmig. Dies mache ich mit einem Stecheisen und einem Klüpfel. Mit zweiterem schlage ich auf das Stecheisen um so Holzscheite abzuheben. Wir arbeiten bis 15.30 Uhr an unseren Klüpfeln. Dann räumen wir auf. Erst werden alle Werkzeuge weggebracht, jeder bringt seinen Klüpfel ins Regal und dann wird der Besen gefegt und alle Holzstücke und Holzspäne wird weggeräumt.


Photography by ©Rahel Gysel